
Hier ein aktuelle paar Infos:
NEWS
“Cosmopolitan”-App berät zu Liebesstellungen
Wer mobile Beratung in den Themengebieten „Blick in die Zukunft“ und Sex sucht,
für den bietet der Frauentitels “Cosmopolitan” aus dem Verlag Marquard Media
jetzt die passenden neuen Anwendungen im App-Store.
Mit der App „Love Positions“ für einmalig 79 Cent kommt keine Langeweile mehr im Schlafzimmer auf. Sie zeigt dem User eine „riesige“ Auswahl an Liebesstellungen.
Wer keinen Partner dafür hat und eher am Liebesleben der Zukunft interessiert ist, für den bietet “Cosmopolitan” gleich zwei kostenlose Apps. Das „Horoskop-App“ bietet eine persönliche Vorhersage für den Tag, die Woche oder gleich den ganzen Monat.
Das „Orakel-App“ berät auf auf amüsante Weise in allen Lebenslagen und weiß immer die richtige Antwort, etwa bei der Entscheidung, ob Frau das persönliche Must-Have kaufen soll.
Entwickelt und programmiert wurden die Apps von der Unterföhringer Agentur Goapp.
Linda Ross in w&v
ARD/ZDF-Studie: Knapp 70 Prozent der Bundesbürger online
Mittlerweile nutzen 49 Millionen Deutsche ab 14 Jahren zumindest gelegentlich das Internet
Bald wird die 50 Millionen-Grenze geknackt: Mittlerweile nutzen 49 Millionen Deutsche ab 14 Jahren zumindest gelegentlich das Internet. Das geht aus den aktuellen Zahlen der jährlichen ARD/ZDF-Onlinestudie hervor. Damit sind im Vergleich zum Vorjahr 5,5 Millionen neue Nutzer dazugekommen. Die deutliche Steigerung lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass die Untersuchung erstmals auch die nicht-deutsche Bevölkerung in Deutschland berücksichtigt.
Mehr als zwei Drittel (76 Prozent) der Onliner sind täglich im Netz. Damit ist die Reichweite des Webs inzwischen fast vergleichbar mit der des Fernsehens. Allerdings geht die häufigere Nutzung des Internets nicht zu Lasten des TV-Konsums. Denn die Bewegtbildnutzung im Netz steigt zunehmend an und das parallel zum „traditionellem“ Fernsehen.
So ist bei den Usern vor allem das Anschauen von Onlinevideos beliebt (65 Prozent) sowie Social Communities (40 Prozent). Mediatheken von Fernsehsendern ruft inzwischen knapp ein Viertel der Onliner mehr oder weniger regelmäßig auf. ZDF-Intendant Markus Schächter: „Über die Mediathek erhöht sich schon jetzt die Reichweite unserer Sendungen im Schnitt um ein bis drei Prozent. Der Trend ist eindeutig: Das Bewegtbild ist ein tragender Pfeiler für die Internetnutzung der Zukunft.“
“Marketingchefin Abraham: “Frauen kaufen im Internet anders ein”
W&V Mit welchen weiblichen Insights haben Sie im Vorfeld am wenigsten gerechnet?
Abraham Die konsistente Zunahme von sozialem „Networking“ über das Internet. Weltweit verstärken Frauen gleichermaßen ihre soziale Interaktion im Web, egal ob über E-Mails, Instant Messaging oder in Sozialen Netzwerken. Als Forscher sucht man immer nach Ausnahmen. Aber die Ergebnisse zeigen über alle Länder und Regionen hinweg die gleiche Tendenz. „Social Networking“ hat einen größeren Einfluss auf Frauen, sie verbringen immer mehr Zeit damit. Diesen Trend müssen wir im Auge behalten. Das ist für jeden im digitalen Ego-System wichtig, insbesondere für Werbungtreibende und Content-Anbieter.
Mit Comscore-Marketingchefin Linda Abraham sprach W&V bei der 1. DLD Women über den Unterschied von Frauen und Männern im Netz.
W&V Frau Abraham, Sie haben mit dem Mythos aufgeräumt, Männer würden mehr Zeit im Web verbringen als Frauen. Das zumindest belegen ihre aktuellen Comscore-Zahlen, die Sie gerade auf der DLD Women Conference in München vorgestellt haben (siehe Grafiken S. 60 ). Hat Sie dies überrascht?
Linda Abraham Eigentlich nicht. Für Frauen spielt soziales Netzwerken und Informationsaustausch auch bei der Internetnutzung eine größere Rolle als für Männer. So zeigen unsere Ergebnisse, dass Dienste, für das Übermitteln und Teilen von Fotos, mehr von Frauen in Anspruch genommen werden.
W&V Und besonders für E-Commerce-Unternehmen.
Abraham Natürlich. Frauen kaufen definitiv im Internet anders ein als Männer, was insbesondere für Werbungtreibende spannend ist. Weibliche Konsumentinnen beziehen Waren lieber über Portale von Händlern, die sie aus der realen Welt kennen. Zudem läuft ihr Kaufprozess mehrstufiger ab. Sie fragen vorab bei Freundinnen und anderen Usern nach. Empfehlungen zählen viel mehr. Männer surfen dagegen direkt reine Online-Händler an, wie Amazon oder Dell.
W&V Wie ist es mit Online-Spielen, das wird ja nach wie vor eher als Männerdomäne gesehen?
Abraham Frauen spielen viel. Aber sie wollen keine endlosen Abenteuer und Kriege erleben wie Männer. Sie wollen Spiele, mit denen sie sich ganz einfach beiläufig und zwischendurch beschäftigen können. Das kann zu Hause sein oder etwa beim Arzt im Wartezimmer auf Handys oder anderen mobilen Endgeräten.
W&V Wie sieht das Geschlechterverhältnis denn beim mobilen Web-Zugang aus?
Abraham Frauen nutzen Smartphones bisher nicht in so hohem Maße wie Männer. Ich vermute, dass dies vor allem mit finanziellen Gründen zu tun hat. Verträge mit Smartphones sind noch teurer als einfache Handy-Verträge. Diese Tatsache zeigt sich in erheblichen Unterschieden zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern. Ich glaube, das wird sich schnell ändern. Wenn diese Barriere überwunden ist, werden sich Frauen ganz schnell in der mobile Online-Welt ausbreiten. Denn wenn sich Frauen auf etwas einlassen, dann richtig.
W&V Hat das mobile Internet auch Auswirkungen auf das Suchverhalten?
Abraham Ich bin überzeugt, Suchmaschinen bekommen zunehmend Konkurrenz durch Apps. User werden vieles direkt über Anwendungen suchen, anstatt Google oder Yahoo zu öffnen. Eine App zu einem Thema kann bessere Ergebnisse liefern, weil der Context klarer ist. Eine App für Restaurants wird ihnen nur Restaurants vor Ort nennen, nichts anderes und nicht eine Million Ergebnisse. Das wird die Such-Landschaft sicher verändern.
W&V Winston Churchill sagte: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“. Wie halten Sie es mit der Wahrheit?
Abraham Mein Lieblingsprofessor an der Uni würde sagen ‚„Statistik ist die Kunst eine These so lang zu widerlegen, bis sie bewiesen ist“. Und glauben Sie mir, den größten Spaß macht es mir, daheim in der Familie über Hypothesen und Trends zu diskutieren.
Linda Ross, Leif Pellikan in w&v